&Was ist Adipositas?
Bei Adipositas (Fettleibigkeit) handelt es sich um starkes Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes (mit krankhaften Auswirkungen) gekennzeichnet ist. Eine Adipositas liegt ab einem Bodymaßindex von 30 kg/m2 vor, wobei drei Schweregrade unterschieden werden:
| Kategorie | BMI (kg/m2) |
|---|---|
| Untergewicht | < 17 – 18,4 |
| Normalgewicht | 18,5–24,9 |
| Übergewicht | 25–29,9 |
| Adipositas Grad I | 30–34,9 |
| Adipositas Grad II | 35–39,9 |
| Adipositas Grad III | > 40 |
Entscheidend für das Risiko einer Erkrankung ist aber nicht der BMI, sondern das Fettverteilungsmuster. Besonders nachteilig wirken sich Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel besonders ungünstig. Es gilt als wesentlicher Indikator des metabolischen Syndroms und führt damit zu Fettstoffwechselstörungen und Diabetes. Als Maß für die Fettverteilung misst man den Bauchumfang. Ein erhöhtes Risiko besteht für Frauen ab 80 cm, für Männer ab 92 cm.
Waren-Überangebot
Nicht „weg vom Übergewicht“, sondern „hin zum Leben“.
Aktion „Gesunde Ernährung und Bewegung“
Die Bundesregierung hat 2007 die Aktion „Gesunde Ernährung und Bewegung“ gestartet. Ziel ist, die 37 Millionen übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen und 2 Millionen Kinder zu einem gesünderen Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu bewegen und dadurch die Verbreitung von Übergewicht nachhaltig zu verringern. Man erhofft sich einen ähnlich großen Erfolg wie mit der Trimm-dich-Bewegung in den 1970er Jahren.
„Diät“
Angesichts der vielfachen Ursachen für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas gibt es keine Diät, die allein die Entgleisung des Gewichts nachhaltig beendet. Als Einstieg in eine neue Ess- und Lebensweise eignen sich alle Diäten, die zu besserer Auswahl der Nahrung, zu ihrer fachgerechten Zubereitung und kluger Einteilung der Nahrungsaufnahme am Tage führen. Gewöhnung an andere Geschmacksvorlieben als süß, fett und kalorienreich zu essen oder eine Kontrolle des Hungergefühls durch medikamentöse Weckung des Esshormons Serotonin können nur ergänzende Hilfen sein.
Ohne umfassende Änderung des Ess- und Bewegungsverhaltens führen Diäten meist nur zu einer kurzfristigen Gewichtsreduktion.
Verbreitung
Die Adipositas als komplexes Krankheitsbild betrifft alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen (jedoch nicht im jeweils gleichen Maße) und beschränkt sich keineswegs auf die Industrieländer. Waren im Jahre 1995 weltweit noch 200 Millionen Erwachsene adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 300 Millionen, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern. Weltweit leben lt. WHO über 300 Millionen Menschen mit Adipositas. Nachdem das Problem jahrzehntelang auf die wohlhabenden Industrieländer beschränkt war, beobachtet man in jüngster Zeit einen Anstieg der ernährungsbedingten Krankheiten auch in Schwellenländern wie Indien oder China. Die WHO spricht von einer Pandemie.